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Horizont Digital Marketing Days 2017

Letzten Donnerstag, als in Berlin die Welt unterging, saß irgendwo dazwischen meine Wenigkeit in einem Konferenzsaal und lauschte Referenten, die Vorträge über digitales Marketing hielten.  Digital Marketing Days nannte sich das, von Horizont veranstaltete Event und was die geladenen Speaker von u.a. Jägermeister, Zalando und Ströer erzählten, dass möchte ich heute zusammengefasst mit euch teilen.

Morgens um 6:30 saß ich pünktlich im ICE  und machte mich auf den Weg in die Hauptstadt. Und auch wenn ich, angekommen in Berlin, beinahe vergessen hätte, mein Ticket zu entwerten, kam ich dann doch etwas müde und unterkoffeiniert im Nhow Hotel im Stadtteil Friedrichshain an. Das Nhow ist übrigens ein wirklich schönes Hotel, leider ist der Fernseher ziemlich versteckt (verzeiht mir den kleinen Insiderwitz), aber ansonsten war ich schwer beeindruckt. Gut, ich hab es am Anfang nicht ganz realisiert, dass nicht alle Fahrstühle in alle Stockwerke fahren und wie man die ziemlich gut versteckte (scheinbar mögen die Verstecken) Galerie-Partylocation findet, aber das mag man auch dem fehlenden Kaffee und frühen Aufstehen zuschreiben.

Die Konferenzräume habe ich Gott sei Dank schneller gefunden, sodass ich pünktlich um 10 Uhr der Eröffnung beiwohnen konnte.

Buzzword-Gewerfe:

Und jetzt natürlich alle so: Hey, was hast du mitgenommen? Wirf doch mal dein frisch erworbenen Wissen in den Raum! Okay, here we go: Buzzwords in drei, zwei, eins:

AI  (aka Artificial Intelligence)

-> den meisten vermutlich eher mit gruseligen Filmen Johnny Depp verbunden, in denen wir unser Gehirn und Gewissen in die Cloud hochladen und am Ende beschließen, dass Analog doch die bessere Wahl ist, nachdem AI unsere Welt zerstört hat. Ganz so drastisch ist es Gott sei Dank nicht, einen großen Einfluss auf Marketing wird AI aber dennoch haben.  Wenn der erste Kundenkontakt ein Kontakt mit einem Chatbot ist, dann ist es umso wichtiger, dass das User Interface stimmt.  Das wissen nicht nur Konzerne wie Google, dessen Gründer Larry Page, der bereits vor Jahren sagte, dass Google 2024 nicht mehr eine reine Suchmaschine sei, sondern sich vor allem auf AI fokussieren würde – die Grundvoraussetzung für AI, Abermillionen an Daten, haben die Amerikaner immerhin.

Influencer Marketing

-> sicherlich der Trend, der in den letzten Monaten und vielleicht auch schon Jahren am meisten nickend bejaht wurde und sich mAn schon fast zum Marketing-Unwort des Jahres entwickelt hat. Nichtsdestotrotz ist es natürlich immer spannend, zu sehen wie Unternehmen und Agenturen diesen Trend für sich nutzen, was für Learnings es bereits gibt und wo auch nach wie vor die Herausforderungen liegen, u.a.

  • Influencer Marketing ist kein Allheilmittel für jede Marke und vor allem auch kein Weg, der für sich alleine steht. IM kann als Teil einer großen Strategie erfolgreich angewandt werden, muss aber in den Gesamt-Plan eingegliedert werden.
  • Influencer Marketing ist nichts wirklich neues, sondern eigentlich nur klassisches Testimonial-Marketing, neu ist nur, dass jetzt Internet-Stars im Fokus stehen. Und wem wir da in drei Jahren unsere Likes schenken, steht in den Sternen. Vielleicht ja tanzenden Robotern, wer weiß?!
  • Der Influencer muss sorgfältig ausgewählt werden, dabei gilt es nicht nur, zwischen  gekaufter und organisch erworbener Reichweite zu unterscheiden (und dabei natürlich nicht ersteres wählen) , sondern auch zu analysieren, wer diese Follower sind, die hinter dem potentiellen Testimonial stehen. Das macht z.B. Graphika, eine Firma aus New York, deren Ansatz, Followergruppen als eine Art Cluster darzustellen, ich sehr interessant fand.

Nicht ganz so in aller Munde wie Influencer Marketing ist das Thema E-Sports. Und ich muss gestehen, dass ich ziemlich erstaunt über die Zahlen war, mit denen diese Thematik aufwarten kann – ähnlich wie bei einer Fußballweltmeisterschaft stehen hier wirkliche Fans hinter Teams, Sponsoren sehen eine lohnenswerte Investitionsoption und ganze Konzerthallen sind ausverkauft. Wäre ich jemals über Mario Kart hinausgekommen, sollte ich wohl meine Berufswahl nochmal überdenken.

– Die meisten Slides: hatte definitiv Marcus Tandler von Page.org – aber selten jemanden gesehen, der so mühelos von Slide zu Slide springt und seine Präsentation nutzt, als das was sie eigentlich gedacht ist – visuelle Unterstützung interessanten Inhalts.

– Das größte Lob ging zumindest aus den Master-Classes an die Influencer-Kampagne von Huawei, die mehr von einer Akademie hatte, als von einer klassischen Marketing-Kampagne und der Marke Content einbrachte, der zu Teilen wirklich zwischen professionell geschossenen Bildern nicht auffallen würde.

– Das Zitat, das bei mir hängen blieb: A Society that is Information-rich, is Attention-poor. Wenn man die derzeitige Aufmerksamkeitsspanne des Menschen betrachtet und dann noch einbezieht, dass an nahezu jeder Ecke Ablenkungen lauern, dann wird Aufmerksamkeit schnell ein sehr teures Gut, um sich Agenturen und Kreativ-Verantwortliche kloppen müssen.  Das haben auch die Jungs von Jägermeister bzw. deren Kreativagentur begriffen, die mit ihrem Chat-Bot generierten Videos mehr  als die dreifache Verweildauer, verglichen mit einem Webseiten-Besuch, erzielen konnten.

– Die eindeutigste Erkenntnis: Digitales Marketing ist für jedes Unternehmen relevant. Ich hatte die Möglichkeit mit Verantwortlichen von SaturnMediaMarkt oder Zalando zu sprechen und Sie haben mir genau das gleiche gesagt und vermittelt wie kleine Betriebe aus der Landwirtschaft oder dem Handwerk: Wer in Zukunft Erfolg haben will, muss digital denken, planen und seine voll vernetze Zielgruppe kennen. Denn die „Screenagers“ (so der Fachjargon für die, nach 2000 geborene, Generation Z) sind die ersten, die komplett digital aufwachsen und auch dort die Produkte ihrer Wahl finden.

Mehr Berichterstattung & Bilder gibt es auf der Seite von Horizont, der Live-Ticker des ersten Tages sei euch auch nachträglich ans Herz gelegt, der ist nämlich ziemlich lustig. Habemus Wlan!

Mit diesen Worten ein frohes Bergfest, ihr hört von mir!

Linn

 

 

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