Personal & Opinion

Alles Neue macht der Mai

Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Episode von „Wir haben da ein paar Wochen aufzuholen“.

Adios Sonne, Moin Schietwetter

Die letzten Tage in Barcelona vergingen wie im Flug. Und es machte sich in meinem Magen ein Gefühl breit, wie ich es schon aus Hamburg kannte, als ich dort im Januar abreiste. Das Gefühl, nicht abschließen, jetzt nicht abreisen zu können, weil man mit der Situation dort noch nicht fertig ist. Zu viele Punkte auf der To-Do-Liste und Zeit, die so schnell verrinnt, schneller als man es für möglich halten würde. Und nach vielen tränenreichen Umarmungen und fantastischen letzten Stunden (die Ameisen in der Wohnung sind hiervon eindeutig auszuschließen) saß ich auch schon im Flieger, blickte hinunter auf die Stadt, die sich in vier Monaten so sehr in mein Herz eingeschlichen hat und bedauerte, spätestens bei meiner Ankunft, die von allerfeinsten Nieselregen begleitet wurde, dass ich das hier zurückließ.

Bildschirmfoto 2017-05-14 um 19.44.17
Leaving this city means leaving a place that has become a home for me in just four months. Words can hardly express all the joy and happiness I felt during this time of my life and it would take me hours to list all the things I’ll miss. I am beyond grateful that I’ve met amazing people with who I laughed, danced and talked for hours – and I cannot count how many times I caught myself cheesy smiling because I was feeling so comfortable and in peace with life. I’ll never forget sitting on the bunkers while the sun sets, singing spanish songs together with people I’ve never met before and realizing that this is what makes life so precious.  Open up your heart and your mind and you may feel home at a place within seconds.
Thank you Barcelona for all the things I’ve learned about life and about myself and thank you for being the place that I’ll call my second home forever.

Denn so sehr ich Familie und Freunde vermisst hatte, der Abschied von Barcelona war kein leichter. Verglichen zu Hamburg, das ich im Januar mit der Gewissheit verließ, in mein altes Leben irgendwann wiederzukommen, habe ich mit Barcelona nun einen Abschnitt hinter mir gelassen, der so vermutlich nie wieder kommen wird. In dem ich so vieles über das Leben und mich selbst gelernt habe, in dem ich gewachsen bin und meine Prioritäten noch einmal komplett umgestellt habe. In dem ich das erste Mal auf mich alleine gestellt war und gemerkt habe, wie sehr ich mich doch auf mich allein verlassen kann. Ein Abschnitt, wo ich so viele herzliche Leute kennengelernt habe, dank denen mein Horizont nun ein ganz großes Stück erweitert wurde und die mir sehr fehlen werden. Ein Abschnitt, der nun vorüber ist und aus dem ich so viel wie möglich mitnehmen möchte und werde. Unter anderem:

Blog-Auszeit und Adios Social-Media

Es fing alles mit dem sehr unfriedlichen Einschlafen meines Smartphones auf dem El-Prat-Flughafen, knapp drei Wochen vor meiner Abreise aus Barcelona an. Es ließe sich nun aufs Ausführlichste diskutieren, welcher Karma-Fehltritt mir den komplett zersplitterten und somit unbenutzbaren Bildschirm bescherte, aber das führt dann doch etwas zu weit. Stattdessen galt es, eine neu erworbene Kernkompetenz zu entdecken und mit tiefen Durchatmen und beschwörerischen „Alles halb so wild“-Murmeln den Verlust zu verkraften. Anstatt meines 5,7 Zoll großen, zumindest halbwegs schnellen Smartphones zog als Übergangslösung „Sunny“, pink und in seiner Schnelligkeit seinem Wert (aka 60 Euro) entsprechend bei mir ein. Und als ich am ersten Tag schon drei Mal meinen Geduldsfaden reißen hörte (langsame Verbindungen, kapitulierende Systeme und Touch, das nicht auf meine Wurst-Finger reagiert waren die Ursache), beschloss ich, das mit der ständigen Verbindung zur virtuellen Außenwelt einfach bleiben zu lassen. Barcelona hatte mich sowieso jegliche FOMO ablegen lassen und dass ich fortan einfach nur alle vier, fünf Stunden mal zu erreichen war, entpuppte sich als eine angenehme Herrlichkeit.

Wieder zurück in Deutschland musste Sunny zwar weichen und seinen Platz in der Kiste finden und doch blieb ein wenig „Soziale Netzwerke“- Abstand, dem auch die Abwesenheit auf diesem Blog geschuldet ist. Versteht mich nicht falsch, ich habe schon immer lieber Artikel hier geschrieben, als mich selbst auf Instagram inszeniert, aber insbesondere die letzten Wochen haben da noch einmal was an meinem wesentlichen Verständnis und auch meinem Bedürfnis an social media verändert.

Hamburg & Blog Re-Design

Mittlerweile sitze ich aber wieder im zumindest heute sonnigen Hamburg und möchte gerne weiterhin Artikel mit euch teilen. Ein wesentlicher Schritt war für mich dabei, der Umstieg auf ein neues Design, denn das alte fühlte sich wie eine Art Verkleidung an, die ich in Barcelona abgelegt habe. Sicher, solche „Ich habe mich so verändert“-Anfälle sind ganz normal, wenn man nach längerer Zeit aus dem Ausland zurückkommt und doch war es mir wichtig, online einmal aufzuräumen. Posts zu löschen, die meinem Anspruch nicht mehr gerecht wurden, Leuten zu entfolgen, deren Posts keine Bedeutung oder Ästhetik für mich hatten und ein Design, was übersichtlich Artikel präsentiert, sodass man hier nicht nur findet, was man sucht, sondern sich auch je nach Interessenlage inspirieren lassen kann.  Ich war außerdem frustriert mit dem, was ich im Netz als Inspiration fand und sah ein, dass ich meine eigene Blase verändern musste. Der Kuchen wird so gebacken, wie man selbst die Zutaten zusammenschmeißt und das, was ich selbst im Internet konsumiere ist eine freie Entscheidung – die sich nunmal in den letzten Monaten stark verändert hat.  Das soll und wird sich aber auch auf dem Blog widerspiegeln und ich bin gespannt, wie diese Reise hier weitergeht. Unter anderem arbeite ich an einem Post über eine Veranstaltung im Rahmen der langen Nacht der Zeit, die sich mit der spannenden Fragestellung auseinander setzte, ob Roboter denn in Zukunft intelligenter als wir Menschen sein würden – schaut also bald wieder hier vorbei!

Für erste ist das hier wohl eher ein kleines Lebenszeichen, eine Reflexion der letzten Wochen und eine Einladung, mich auch nach meinem Auslandssemester hier auf dem Blog weiterzubegleiten. 

1 comment on “Alles Neue macht der Mai

  1. Schön, dass Du wieder da bist. Dass da eiune Portion Wehmut bei Dir ist, ist nur zu verständlich. Ich habe zwischen Deinen Zeilen aus Barcelona immer lesen können, wie sehr ed Dir dort gefallen hat.

    Ich bin nun gespannt, wie es hier auf Deinem Portal weitergehen wird. BVleibe gern weiter einer Deiner Leser!

    Liebe Grüße an Dich!

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