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3 Lebenseinstellungen, die mir wichtig sind.

Wir alle richten unser Leben nach irgendwelchen Prinzipien und Einstellungen. Sie beeinflussen uns genau wie das Umfeld, mit dem wir uns umgeben. Was wir vom Leben wollen,hoffen und erwarten wird oft durch diese Prinzipien festgelegt. Geprägt durch Erziehung und alles, was uns in unserem Leben bisher geschah – oft sind wir uns dessen nicht mal bewusst. Doch wenn wir innehalten und unser Leben einmal in seiner bisherigen Gänze betrachten, dann fällt auf, dass sich einige Muster wie ein roter Faden durch das tägliche Tun ziehen. Ich habe genau das einmal für mich getan und möchte mit euch heute drei Einstellungen teilen, die zu einem wichtigen Part in meinem Leben geworden sind. Natürlich gibt es mehr, woran ich mich orientiere, aber diese drei wollte ich euch gerne vorstellen.

EDIT: Ich bekam eben einen Kommentar, der mir sehr zusprach, aber mich doch auch an etwas denken ließ, dass hier vollkommen fehlt: Natürlich habe ich Einstellungen, die mit anderen Menschen zu tun haben, wie etwa die Tatsache, dass ich niemals einen Menschen nach seiner Herkunft oder seines Geschlechtes beurteilen würde oder dass mir Lügen zuwider ist. Hier in der Auflistung sind aber nur Prinzipien genannt, die auf mich als Einzelperson und im Verhalten mir gegenüber bezogen sind – aber bei gegebener Zeit möchte ich diese Liste der Vollständigkeit halber natürlich ergänzen.

1. Ich will jeden Tag etwas neues begreifen oder (kennen- / er-) lernen

Ich liebe lernen, ja wirklich und das ist nicht aus dem kleinen Handbuch für Streber abgeschrieben. Ich möchte etwas wirklich begreifen, etwas neues kennenlernen, in eine neue Welt eintauchen und das am liebsten einmal pro Tag. Sei es ein neues Gesicht oder eine neue wirtschaftliche Vorgehensweise. Innerlich sträubt sich vieles bei mir gegen ein stupides Auswendiglernen, was auch der Grund ist, warum ich Bulimie-artiges Lernen in Klausurphasen komplett ablehne. Was hab ich davon, wenn der Lehrer nun denkt, dass ich großartig in Klausuren sei, ich selbst aber binnen 20 Minuten nach der Klausur nicht mal ein Drittel des Stoffes behalten habe. Wenn ich etwas begreife, dann ist es wie mit Fahrradfahren wobei das eigentlich ein schlechtes Beispiel ist, denn Fahrrad fahre ich mehr schlecht als Recht. Aber wer etwas begriffen hat, der trägt es jeden Tag mit sich herum – und sammelt so einen ganz großen Schatz an Erinnerungen, Wissen und Kenntnissen an. Und ja, das ist etwas, was ich im Leben anstrebe.

2. Ich bin ich – und damit genug.

Höher, schneller, weiter, immer mit dem gehetzten Blick zum Nachbarn, ob er einen auch ja nicht übertrumpfen kann. Unsere wettbewerbsorientierte Welt kann einen schnell rastlos und oberflächlich werden lassen. Versteht mich nicht falsch, ich liebe einen guten, fairen Konkurrenzkampf und wenn er zu eigenen Gunsten mal ein bisschen unfairer ist, dann geht mir davon die Welt auch nicht unter. Und es wäre glatt gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht danach strebe, besser als Idealbild A aber mind. genauso gut wie Triumphierender B zu sein. Doch am Ende des Tages bin ich auch nur ein Mensch und damit von der vollendeten Schöpfung kilometer- oder meilenweit entfernt. Und ich halte es für sehr wichtig, das Denken über sich selbst von den schier unendlichen Möglichkeiten der Messbarkeit unserer Leistungen abzugrenzen, sich nicht immer mit dem Gegenüber zu vergleichen. Natürlich, unser stets der Selbstoptimierung bestrebtes Ich will wissen, ob denn das Ziel, die Perfektion nun endlich erreicht sei – und wie lässt sich das schon erkennen, bis auf an der Tatsache, dass wir hinter uns das Feld zurückgelassen haben. Doch ich bin mir ziemlich sicher, dass wir an diesem Punkt feststellen werden, dass sich bestimmte Qualitäten nicht in Zahlen, Währungen oder überhaupt messen lassen – und dass somit ein ständiger Vergleich eher dazu führt, unser eigentliches Ziel, unsere eigene kleine Mission aus den Augen zu verlieren.

3. Hinterfrage dich, deine Mission und deinen Weg – jeden Tag aufs Neue.

Diese Überschrift scheint so sehr im Kontrast zu dem zweiten Punkt zu stehen, dass ich sie umso passender finde. Denn wenn ich eben noch davon geredet respektive geschrieben habe, dass man sich am Ende des Tages auf seinen eigenen Weg konzentrieren sollte, wie sinnig ist es dann, diesen zu hinterfragen?  Meiner Meinung nach:  Absolut notwendig. Denn hierbei geht es nicht um die Frage, ob man sich eher nach Konzept A oder B richten sollte. Sondern um die Tatsache, dass wir keinen maßgeschneiderten Plan haben, der jedem Lebensumstand passen wird – und dass wir manchmal des Weges anhalten und uns ehrlich fragen müssen, ob es das ist, was wir wollen. Ob dieser Weg der ist, der uns abends in den Spiegel schauen lässt und uns doch insgesamt zufrieden stellt. Auch hier der kleine, erhobene Zeigefinger: Es gibt immer Situationen, die nicht das Non-plus-ultra sind und ich denke keiner von uns saß in seiner Abi-Prüfung und fand das den besten Tag seines Lebens. Es gibt Berge, die wird man in seinem Leben erklimmen müssen und es gibt Aufgaben, denen man sich zu stellen hat, da beißt man besser die Zähne zusammen oder reißt sich zusammen, beweist Durchhaltevermögen. Aber um diese Aufgaben herum bleibt verdammt viel Spielraum. Spielraum, der einem erlaubt, dass man sein Leben so gestaltet wie man möchte. Und ja, natürlich gilt hier ergänzt, dass es vermessen und ignorant wäre, von einer Chancengleichheit für Geschlecht, Herkunft oder weitere Kriteria auszugehen. Und so sehr ich es mir von Herzen für jeden wünschen würde, muss ich es hier so ausschreiben, weil es der Wahrheit entspricht. Doch zurück zum eigentlichen Kerngedanken: Ich bin jung, habe die Weisheit sicherlich nicht mit Löffeln gefressen und mein Zweitname ist nicht Zwerg Allwissend sondern Maira. Und ich bin fest überzeugt davon, dass ich mich noch das ein oder andere Mal im Leben verrennen werde. Dass sich meine Werte und Ziele ändern können – und dass ich mich dann wie auch heute hinsetzen und mich fragen muss, was ich wirklich möchte. Was mich wirklich zufrieden macht, in Bezug auf mein Leben und mich selbst. Dass ich realisiere, dass ich zu großem Teil Architekt meines eigenen Tuns bin. Dass ich im Zweifelsfall meinen Kompass neu ausrichte und einen anderen Weg gehe. Und dass das vollkommen in Ordnung ist.

4 comments on “3 Lebenseinstellungen, die mir wichtig sind.

  1. Was Du hier geschrieben hast, lässt einen sich sehr bewusst und kritisch und (im Unterschied zu mir) sich bemerkenswert souverän selbst reflektierenden Menschen erkennen. – Du bist bestrebt für Dich zu sorgen ohne egoistisch zu sein – das wäre ein Leitsatz, in dem ich Dich wiedererkenne. Und wenn das tatsächlich Dein Bestreben ist und Du das genauso hinzubekommen trachtest und Dich insoweit uimmer wieder kritisch hinterfragst, dann bist Du mir um einige Lichtjahre voraus und Du hast meinen größten Respekt dafür! Ganz ehrlich! – Ich wünsche Dir sogar, dass das so ist, denn dann bleiben Dir mutmnaßlich die vielen Folgen der Fehler, die ich insoweit gemacht habe, erspart. Und das wäre bzw. ist ein Herzenswunsch!

    In diesem Sinne – sehr herzliche, liebe Grüße an Dich!

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  2. Ich finde, du hast eine tolle Einstellung. 🙂
    Ich denke im Moment selbst sehr viel über darüber nach.. Welchen Weg gehe ich? Und ist es der richtige ? Bin ich glücklich mit meinem Leben wie es ist? Solche fragen sollte man sich wirklich immer wieder stellen und ich finde du hast einen sehr gelungenen Blogpost dazu geschrieben!

    Liebe Grüße
    Julia
    http://diejuliy.com

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  3. Pingback: 5 Ted Talks to watch this week – LINNMAIRA

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