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Warum man auf seine Stärken stolz sein darf – und was es mit Power-Poses auf sich hat.

Wie wird man selbstbewusst? Und was ist ein selbstbewusster Mensch?

Ich saß einmal einem Bekannten gegenüber und er fragte mich nach meinen Stärken. Ich antwortete ihm wie aus der Pistole gestochen, er lachte und reagierte: „Ganz schön arrogant“ – ich verstand seine Antwort nicht. Wir leben in einer Gesellschaft, in der so oft Selbstbewusstsein mit Arroganz verwechselt wird, dabei sollten wir ganz klar zwischen beiden differenzieren. Sich seiner Stärken bewusst zu sein ist keine Arroganz – sondern in der Regel ein Zeichen für ein selbstreflektiertes Denken. Wer mir Arroganz unterstellt, weil ich auf die Frage nach meinen Stärken eine konkrete Antwort habe, der sollte mir vorerst auch die Frage nach meinen Schwächen stellen, ich wette, er wäre verwundert, dass ich auf diese eine mindestens genauso konkrete Antwort habe.

In meinen Augen ist es großartig, sich seiner Stärken und Schwächen bewusst zu sein, ob Teamwork, Business-Partner, Bewerbungsgespräch oder einfach im täglichen Leben, wer sich selbst kennt, der kann in Aufgaben glänzen, die ihm liegen und sich schneller Unterstützung für Bereiche suchen, bei denen man Schwierigkeiten hat. Selbstsicherheit hat in diesem Fall nichts mit einer überzogenen Vorstellung der eigenen Kräfte zu tun, sondern einem sorgfältigen Abwiegen und Eingestehen von Vermögen und Unvermögen. Natürlich gibt es dutzende Tests und Videos im Internet, die einem helfen sollen, die eigenen Qualitäten zu erkennen, meiner Meinung ersetzt aber keiner von ihnen das persönliche Gespräch mit Leuten, die einen auf unterschiedlichen Ebenen erleben. Denn schließlich können wir Stärken und Schwächen besitzen, die sich eher im persönlichen täglichen Leben herausstellen oder andere, die nur auffallen, wenn man gerade eine Excel-Tabelle aufsetzt. Tatsächlich kann es helfen, sich einfach mal eine Liste mit Attributen zu schnappen, andere Leute zu bitten, die einzukreisen, die einen ihrer Meinung nach beschreiben und zu fragen, wann ihnen das aufgefallen sei.

Und wenn man erstmal seine Stärken gefunden hat, dann ist absolut gerechtfertigt, wenn man diese auf Nachfrage auch nennt und sich ihrer sicher ist. Und selbst wenn man in der Präsentation seiner Stärken oder dem eigenen Auftreten noch Schwierigkeiten hat, gibt es ein paar Tricks. Einer davon ist das Prinzip der Power Poses. Die Forscherin Amy Cuddy hat sich damit auseinandergesetzt und ich habe ihren interessanten Vortrag als Teil einer Vorlesung gelesen. Das Grundprinzip: You might fake it, till you make it. Insbesondere vor Bewerbungsgesprächen schlottern dem ein oder anderen die Knie – und ich bin da keine Ausnahme. Schließlich hängt von dem Ausgang des Gespräches einiges ab und man versucht sich, ähnlich wie bei einem ersten Date, von seiner besten Seite zu präsentieren. Nur ist es ziemlich schwierig, sich an seine eigenen Stärken zu erinnern, wenn man sich vorkommt wie der größte Anfänger, nicht selbstbewusst, Stress bis zur Halskante. Amy Cuddy hat gemeinsam mit einer Kollegin herausgefunden, dass einige Posen unser Testosteron-Level ansteigen und unser Cortisol-Level sinken lassen. Das Ergebnis: Wir sind selbstsicher und weniger gestresst.  Wie diese Power-Posen aussehen und was genau hinter dem Prinzip steckt, das seht ihr unten:

 

// A person once asked me: What are you strengths? I immediately answered him and he started laughing at me, responding: „You sound pretty arrogant“ – I did not understand his reaction. We live in a society where people often confound self-confidence with arrogance.  But I believe that we need to differentiate between them – being aware of you strengths is no sign of arrogance it is rather one  of being self-reflected. People always judge when you have an answer according to your strengths without asking you about your weaknesses, and I guess they’d be confused by the fact that I have an concrete answer about my weaknesses as well.

To me, knowing your strengths and weaknesses is the key to a successful teamwork, partnership or simply your daily life. Sometimes it might be hard to find out what you’re good or bad at, but the easiest way is (at least for me) to ask people who have experienced you at work, at home or in a relationship. You might as well show them a list of attributes, asking them to circle the ones they’d describe you with and telling you why. 

Being aware of your power, it is completely fine to be proud of it (but don’t confuse being proud with being arrogant and looking down at people). Still, many people struggle with presenting themselves, especially in situations that are stressful. The american scientist Amy Cuddy invented the principles of Power Poses that may help you to feel more confident and less stressed in a situation like a job interview. I’ve just recommended it to a friend of mine and he said that it really helped him, to calm down and present himself in the best possible way without feeling like he was pretending to be a different person. So if you’re interested in that topic, just watch the video above!

Beste Grüße aus Barcelona  / Best regards from Barcelona

Linn

 

1 comment on “Warum man auf seine Stärken stolz sein darf – und was es mit Power-Poses auf sich hat.

  1. Sei froh, dass Du über ein gesundes Selbstbewusstsein verfügst. Ich wünschte, ich hätte wenigstens ein bisschen mehr davon. Arroganz ist was ganz anderes …

    Schöner Eintrag!

    Liebe Grüße, Linn!

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