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LINNMAIRA GOES WEIHNACHTSPAUSE

15 Punkte für die unfassbar kompetente, idiomatisch unübertreffliche Überschrift. (Und die Fähigkeit Ironie zu verstehen). Wie? Der Blog machts Weihnachtspause? Das geht so nicht?! Da steckt doch eine Bloggerin dahinter, die teilt doch sowieso ihr ganzes Leben mit uns – was gibt ihr das Recht, eine Weihnachtspause zu machen?

Ich habe noch nie eine Weihnachtspause im Bloggen gemacht, aber dieses Jahr ist es mir wichtig, aus vielerlei Gründen:

Ich habe noch knapp drei Wochen in Hamburg. Drei Wochen, in denen ich natürlich noch möglichst viel Zeit mit Freunden und Familien verbringen möchte – aber auch drei Wochen, in denen ich Sachen hier erledigen muss: Dazu zählen so einfache Dingen wie Fitnessstudio kündigen, aber auch Pläne schmieden für nach Barcelona. Von den Hausarbeiten und Klausuren, die sich hier nacheinander durch mein Leben rollen und über die ich mich ja schon seit zwei Wochen beschwere, mal abgesehen. Ich habe hier einen Anspruch – am allermeisten für mich: Ich möchte hier Posts veröffentlichen, hinter denen ich 100% stehe. Posts, die nicht vor Rechtschreibfehlern strotzen und deren Aussage mehr ist, als: Hey ich hab keine Zeit, aber weil wegen Clicks you know – hier ein hingeklatschter Post ohne Mehrwert.

Und eine Sache, die ist mir noch viel mehr bewusst geworden: Ich kann mich mit dem, was man von dem Beruf des Bloggens denkt, derzeit einfach nicht anfreunden.

Ich will mich nicht pausenlos selbst darstellen. Sagte die Bloggerin – Ach so. Kopfschütteln angebracht. Denn, da hat jeder Zweifler Recht – warum berichte ich dann aus meinem Urlaub? Warum heißt mein Blog wie ich (Viel narzisstischer geht es ja kaum). Wieso behaupte ich, mir wäre nicht daran gelegen, für all das hier bis ins Unermessliche gefeiert zu werden? Weil, und das glaube wer wolle, es die Wahrheit ist. Mir laufen Schreckensschauer über den Rücken bei der Vorstellung, jemand erstellt einen Fan-Instagram-Account von mir, ich will nicht dass mich jemand wildfremdes als die große Liebe seines Lebens bezeichnet und auch nicht, dass jemand in Freudentränen ausbricht, weil ich sein Bild like. Klar hab ich auch vielleicht irgendwo ein ästhetisches Empfinden und Hühneraugen werdet ihr auf meinem Instagram nicht sehen, weil ich sie da auch nicht sehen will.

Aber ich möchte nicht, dass jemand, wenn ich erkläre, dass ich blogge, von mir denkt, ich will mein ganzes Leben mit dem Internet teilen. Will ich nämlich schlichtweg nicht. Ihr wisst, dass ich einen Freund habe, weil man den manchmal auf Bildern sieht, aber mir konkrete Fragen bzgl. ihm zu stellen, setzt nicht nur beachtliche Stalking-Ausdauer voraus, sondern auch ein Interesse an meiner Person, das ich so schwer nachzuvollziehen mag. Es geht hier auf dem Blog nicht um den Mensch „Linn“, von dem man ein visuelles Bild hat, sondern um die Gedanken aus dem Kopf des Menschen „Linn“, die ich bewusst mit euch teile.

Ich freue mich unfassbar über jeden, der meinen Post liest, vielleicht sogar Zeit hat, mir seine Meinung kurz (auch gerne lang) dazulassen. Ich blogge nach wie vor sehr gerne und finde es ein großartiges Gefühl, wenn ich auf Veröffentlichen klicke und mit dem Text richtig zufrieden bin. Aber ich kann mich nicht damit anfreunden, durch eine bloggende Tätigkeit zum offenen Buch zu  werden. Ich finde es ungerecht, mir vorzuwerfen, ich würde ja eh alles im Internet teilen, daher sollte ich mich nicht so anstellen, wenn man ein Bild von mir veröffentlichen will, auf dem ich mich nicht leiden mag.

Ich werde Weihnachten meine Lieben knuddeln, den Handy-Akku leer sein lassen und meinen eigenen dafür aufladen. Und ich werde still und heimlich an dem ein oder anderen Post für euch arbeiten, ganz analog noch ein paar Gedanken in mein Notizbuch kritzeln, und dann nach Weihnachten wieder mit den Inhalten da sein, mit denen ich mich identifizieren kann, für deren Webseite-Namen ich meinen eigenen gerne hergebe. Und die zwar ganz blogger-untypisch sein mögen, aber eben genau ich sind.

Ich wünsche euch ein großartiges Fest!

Linn

PS.: Ein bisschen Spießigkeit ist ja an Weihnachten wohl erlaubt

5 comments on “LINNMAIRA GOES WEIHNACHTSPAUSE

  1. Liebste Linn!

    Ich muss dir jetzt mal einen schrecklich ehrlichen Kommentar dalassen. Schrecklich im Sinne von „schrecklich wahr“, weil ich deinen Text soeben, verkrochen unter meiner Bettdecke, las und mir plötzlich so viel klar wurde.
    Zugegeben, ich musste gestern innerlich schmunzeln und die Augen verdrehen, als du deinen Facebook Account deaktiviertest. „Du teilst doch sowieso alles im Internet“, grinste ich, weil ich es mir widersprüchlich schien, Facebook zu löschen, wenn du doch dein ganzes Leben auf deinem Blog teilst.
    Aber nun las ich die Zeile „Es geht hier auf dem Blog nicht um den Mensch „Linn“, von dem man ein visuelles Bild hat, sondern um die Gedanken aus dem Kopf des Menschen „Linn““ und auf einmal verstehe ich, was du hier eigentlich machst! Und es tut mir so leid – mein Schmunzeln, meine dämliche Aussage und überhaupt der Gedanke, du könntest dich hier selbst darstellen wollen. Eigentlich weiß ich ja auch, dass du gar nicht so bist.
    Du bist vielleicht keine gewöhnliche Bloggerin, aber für mich eine ganz Besondere!

    Bleib dir treu – ich finde dich ganz großartig!

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    • Ich bin gerade total gerührt von deinen Worten, auch wenn ich dich mit meinem Text gar nicht ansprechen wollte! Die Aussage kam so nämlich nochmal von anderer Seite und aus einem anderen Kontext, der mich weitaus mehr irritierte! Aber ich danke dir für die augenscheinlich von Herzen kommenden Worte ❤

      Gefällt 1 Person

  2. Ich finde es richtig toll, dass Du eine Pause einlegst und Dir Zeit für Dich nimmst. Manchmal finde ich es fast schon erschreckend wie es in den Wochen vor einem „besinnlichen“ Fest zugeht. Gruselig! Und das mit dem Privatleben im Internet, darüber mache ich mir auch ständig Gedanken. Leider denken die meisten, dass man als Blogger wirklich alles von sich preisgeben würde. Aber dem ist auf jeden Fall nicht so.

    Ich wünsche Dir ganz besinnliche und ruhige Feiertage!

    Liebe Grüße,
    Anna

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  3. Das kann ich komplett nachvollziehen! Ich habe auch knapp 4 Tage lang das Handy weggelegt und den PC aus gelassen und es tat wirklich gut! Ich fühle mich wieder wie ein Mensch und habe ein Stückchen weit wieder zu mir selbst gefunden und genieße es richtig keine verbindlichen Termine zu haben. Gegessen habe ich viel über die Feiertage und freue mich richtig auf neue Jahr!

    xx, rebecca
    rbcmrm.blogspot.de

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  4. Pingback: 2016 auf LINNMAIRA – LINNMAIRA

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