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Keep calm and handle you inner hulk

Es gibt Tage, unbestritten, da läuft ’ne Menge schief. Da verpasst man den Bus, es fängt auf einmal an zu regnen oder es läuft einfach nicht so nach Plan. Dass das nicht gerade zu einer Ausschüttung von Endorphinen führt, geschenkt. Dass man manchmal auch einfach seiner Wut Luft machen muss, ebenfalls. Aber möglicherweise ist oft folgende, stundenandauernde Phase der schlechten Laune auch eine Frage der inneren Einstellung.

Eine kurze (wahre) Geschichte: Als ich vergangenen Frühling von Mexiko aus zurückflog, begann sehr rechtzeitig das Boarding. Wir waren überpünktlich fertig, dödelten aber auf dem Flughafen herum, weshalb wir am Ende mit etwa einer halben Stunde Verspätung abhoben. Nun ist es so kalkuliert, dass man von Mexiko nach Deutschland aufgrund der Strömungen weniger Zeit braucht als auf dem Hinflug. Dementsprechend knapp bemessen ist die Zeit die zwischen Landung in Köln und dem nächsten Flieger nach Hamburg (in die Heimat) eingeplant ist. Und wer nicht ganz auf den Kopf gefallen ist, der weiß natürlich jetzt schon was kommt. Ja, es gibt diesen einen Tag im Jahr, wo die Strömungen nicht so strömen, wie man das gerne hätte und ja an diesem einen Tag kommt man inkl. der halben Stunde Verspätung zu spät und verpasst seinen Flieger nach Hamburg. Und, congrats to us, wir hatten diesen einen Tag erwischt. Dämlicherweise fiel der gleichzeitig auf den Tag, wo ein Flug nach Hamburg gestrichen wurde, was für uns nicht 2 sondern 5 zusätzliche Stunden Wartezeit bedeutete. Und als ich dann an der Kontrolle der Quote wegen herausgezogen wurde, tendierte meine Laune zu irgendetwas zwischen „Ich werf mich bockig auf den Boden“ und „Tornado-Linn“. Mag an den mittlerweile 24 Stunden in viel zu warmen Thrombosestrümpfen gelegen habe, aber meine Miene am Flugschalter wäre jetzt an Halloween wohl gut verkäuflich.

Während ich also wie ein Zornbold im Kreis marschierte und vor mich hin grummelte, dass das unfair sein, dass es ausgerechnet mir passieren würde und dass sowieso die ganze Welt ungerecht sei, verblasste im Hintergrund jedwede schöne Urlaubserinnerung. Anstoß für diesen Post ist übrigens ein Kommentar, den ich neulich hörte, indem sich jemand fürchterlich über etwas beschwerte, an dem er gratis teilnehmen durfte, nur weil es dann zwischenzeitlich anders verlief als geplant. Und wenn wir mal ganz ehrlich mit uns selbst sind (ja, ich auch) : ES GIBT SCHLIMMERES.

Ja, die Schönheit des Kölner Flughafens ist zu überbieten. Ja, ich hätte gerne eine Dusche und frische Sachen gehabt und ja, das war nun mal einfach doof. Aber definitiv kein Grund, seinem Umfeld und sich selbst die Laune zu vermiesen. Denn ich hätte mir genauso gut eine nette Zeitschrift kaufen, einen Kaffee trinken und das beste aus der Situation machen können. Und selbes gilt für den überwiegenden Teil unserer inneren Alltags-Konflikte. Sei es jetzt eine unlösbare Situation, die nunmal gerade unangenehm ist oder nicht nach Plan verläuft oder sogar eine, für die sich mit einem klaren Kopf eine Lösung finden ließe. Versteht mich nicht falsch, ein gepflegtes Motzen ist mMn absolut mal angebracht und wenn man sich nach 5 Minuten ausgemotzt hat, dann ist auch wieder alles tutti. Aber sich auf den Boden zu setzen und im besten Fall alles aus Prinzip scheiße zu finden, das, behaupte ich, ist Schwachsinn. Kommt der Flieger schneller weil du motzt? Nein. Interessiert es hier überhaupt jemanden, ob du schlechte Laune hast? Ebenfalls nein. Also get up and handle that shit. Es wurde wissenschaftlich bewiesen, dass 30 Sekunden Lächeln zu Glückshormonausschüttung führt – und wenn wir mal ehrlich sind, ist doch jeder von uns lieber gut gelaunt, als missmutig. Hoch mit den Mundwinkeln, tief durchatmen und sich daran erinnern, dass es einfach dein eigenes, kostbares Leben ist, dass du dir damit gerade selbst schwarz malst.

Jetzt ist es sicherlich leichter gesagt als getan, denn wenn man wirklich kurz davor ist, sich in den Hulk zu verwandeln, dann bringen so Klugscheißer-Ratschläge wie „Lächel einfach drüber hinweg“ genau gar nix. Was sich bei mir bewährt hat (nein Yoga ist es nicht), ist, einen Schritt von der Situation zurückzutreten und die letzten paar Tage zu analysieren – in der Regel fällt mir dabei auf, dass der Auslöser für meine schlechte Laune oft ein kurzer Moment ist, der im Vergleich zu der Anzahl an guten Momenten der letzten Tage, verdammt nichtig erscheint. Und meistens schaffe ich es dann einmal tief durchzuatmen, ein schiefes Grinsen hervorzubringen und die Situation wenigstens von einem anderen Standpunkt aus zu betrachten.

Was sind eure Tipps, um stressigen oder unschönen Situationen zu begegnen und auch mit Frustrationen besser umzugehen? Lasst mir doch einen Kommentar da und wir besiegen gemeinsam den Hulk-Modus.

Alles Liebe,

Linn

2 comments on “Keep calm and handle you inner hulk

  1. Hallo Linn,

    ein echt richtig schön geschriebener Text. Ich finde ihn deshalb so unglaublich passend, weil ich mich erst gestern wieder damit auseinander setzen musste.

    Bei mir ist es oftmals so, dass mich viele Kleinigkeiten unterbewusst aufregen. Dann kommt ein Ereignis (z. B. eine Kontrolle am Flughafen) was als solches nicht schlimm ist, was aber das „Fass aber zum überlaufen“ bringt.

    Ich persönlich überlege mir in solchen Situationen immer ob es mit tatsächlich besser gehen würde wenn ich jetzt mal fünf Minuten motzen würde. Meistens ist das nicht der Fall und die Situation verbessert es ja dadurch auch nicht. Also balle ich meine Hände zu Fäusten und sage meiner Laune innerlich „F*ck Dich“. Unser Leben ist noch lang genug und es kommen noch so viele Situationen die uns stressen und uns alles abverlangen werden, da werde ich mich nicht über so einen „Kindergarten Kram“ aufregen.

    Verkürzt gesagt, manchmal ist echt ziemlich hilfreich eine gewisse „F*ck Off“-Haltung gegenüber bestimmen Situationen zu haben…

    Beste Grüße

    Luca
    https://lucaslifeofstyle.com/

    Gefällt mir

    • Hey Luca,
      dem kann ich nur zustimmen, oft sind es ja so banale, kleine Dinge, die das Fass zum überlaufen bringen und wenn wir uns dessen bewusst werden und ihnen uns mit genau jener „F*ck Off“-Haltung entgegenstellen, dann ist der Hulk auch sicherlich schnell wieder besänftigt!

      Alles Liebe und einen fantastischen Start in die neue Woche,
      Linn

      Gefällt 1 Person

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