Business & Education Personal & Opinion

Was ich in einem Jahr Studium gelernt habe.

Pünktlich im Oktober machen sich die Studentenheerscharen auf, um sich mehr oder minder motiviert wieder in die Vorlesungssäle zu setzen. Collegeblock oder alternativ großzügiger Nachbar und Kaffee sind dabei unabdinglich. Seit mittlerweile einem Jahr, also genau zwei Semestern, sitze ich irgendwo zwischen ihnen und zeige bei jeder Gelegenheit meinen Studentenausweis vor – es lebe der Preisnachlass. Was ich sonst noch für Erkenntnisse abseits von Marketing, Kostenmanagement und Historie des Journalismus‘ gewonnen habe – das erfahrt ihr heute.

#neverwithoutcoffee

Ein Student ohne Kaffee ist nur physisch anwesend. War ich bisher in meinem Freundeskreis eine der wenigen, die Kaffee trank, konsumiert so ziemlich jeder an der Uni dieses fabulöse Heißgetränk. Dabei ist es eigentlich mehr als nur ein Getränk, es ist ein soziales Event in der Pause einen Kaffee trinken zu gehen und gleichzeitig ein geheimer Pakt, dass sich mit genügend Kaffee auch die längste Vorlesung überstehen lässt. Und ich sag‘ euch, der Tag, an dem wir die alte Kaffeemaschine in der Ecke der Küche fanden, war ein seliger, denn:

Gesegnet sei die Brotdose.

Wenn man in einer 4-Tage-Woche mehr für Kaffee und Essen ausgibt als für das Fitnessstudio in einem Monat, dann ist ziemlich schnell Monat am Ende des Geldes übrig.  Klar, die erste Woche geht man noch in süßen Cafés essen, holt sich den Latte Macchiato vor der nächsten Stunde und abends vielleicht noch einen Snack und ein Feierabendbier. Und dann steckt man auf einmal seine EC-Karte in den Automaten und fragt sich kurz, ob das Konto gehackt wurde, nur um dann leicht betrübt festzustellen, dass dieser winzig kleine, doch eigentlich preiswerte Kaffee in Summe ganz schön Taler frisst. In diesem Moment wird die Brotdose mit dem Essen vom Vorabend auf einmal zu einem lebens- und kontorettenden, glorreichen Mahl. Falls euch also eine Studentin begegnet, die stilvoll wie eh und je ihre Kartoffelsuppe in einer Tupperdose durch die Gegend spazieren führt – Moin, das bin ich.

Es lebe die Community!

Du hast eine ganz wichtige Umfrage für eine Hausarbeit? Dein Hamster hätte gerne eine kleine gestrickte Mütze oder du wolltest nur mal fragen, ob sich denn irgendjemand an die Eingrenzung erinnern kann? Es lebe die Uni-Community. Irgendjemand hat da schon einen Plan – zumindest wenn man den zahlreichen Postings in FB Gruppen glaubt. Ob es da wirklich zu Antworten kommt? Zumindest in Sachen Umfragen scheint dies von der Höhe des zu verlosenden Amazon-Gutscheins abzuhängen.

Augen zu und durch.

Bei Bilanzierung am Donnerstagabend bis 21.15 Uhr hilft übrigens nichts mehr. Kein Kaffee, kein Mantra, nichts. Eher schon beten, fleißig mitschreiben (mein Ernst) und unter’s Kopfkissen legen. Spaß beiseite: Es gibt, ähnlich wie in der Schule, einfach Fächer, Professoren und Uhrzeiten, die einem liegen und dann gibt es welche, die nicht so ganz. Insbesondere in solchen Fächern ist es aber umso wichtiger, sich nach jeder Vorlesung den Stoff auf eine A4 Seite runterzuschreiben, um nicht kurz vor der Klausurenphase in das klaffende Loch aus mangelndem Wissen zu fallen. Was aufwändig und anstrengend klingt, ist wirklich kein spaßiges Vergnügen, beschränkt sich aber in der Regel auf eine halbe Stunde pro Kurs. Und rettet einem (da spreche ich aus eigener Erfahrung) tatsächlich den Hintern, denn wer sich einmal für eine Klausur halb dumm und dämlich gelernt hat, der hat vermutlich wenig Ambitionen das ganze Prozedere zu wiederholen.

Diese Liste ließe sich noch unendlich lang weiterführen, aber für mich geht es jetzt gleich in eine Vorlesung namens Kommunikationsberatung & Agenturen, daher lediglich ein kurzes, erstes Fazit:

Student sein ist toll, nicht nur der klassischen Gründe wegen. Man lernt Leute kennen, die zwar das gleiche werden wollen, aber ganz andere Ansatzpunkte haben, man diskutiert, man schweißt zusammen, lacht gegenseitig über die BWL-Fähigkeiten (hallo Klischee) und hat eine gute Zeit. Als Student kann man schlussendlich selbst entscheiden, was man aus dieser Zeit machen will – man kann ein Ressort gründen, sich selbst weiter entwickeln und auch beschließen, dass man einen ganz anderen Weg gehen will, als bisher geplant. Und jetzt nochmal bullshit-bingo-mäßig: Es ist dein Studium, dein Weg, dein Leben, mach was draus, was dich glücklich macht!

Und mit diesem kitschig-triefenden Satz wünsche ich euch noch einen fantastischen Mittwoch, die Woche ist kurz, das Wochenende nah und der Kaffeeautomat allzeit bereit!

Alles Liebe,

Linn

 

©Bild via Pexels 

4 comments on “Was ich in einem Jahr Studium gelernt habe.

  1. Hi, du hast mir vor ca. einem Monat einen Kommentar hinterlassen, auf den ich jetzt endlich antworten kann – aber zuerst möchte ich dir noch ein Kompliment zu deinem Blog machen, den ich vorher noch nicht gekannt hab: Ich liebe deine Formulierungen und deine Art zu schreiben! Hast du zufällig auch bloglovin, sodass ich dir auch dort folgen kann?
    Und ja genau, es sind, wie du so schön in deinem Kommentar bei mir geschrieben hast, gerade diese kleinen, besonderen Momente die das Leben wirklich lebenswert machen. Das kann ich so nur unterschreiben. 🙂

    Liebst,
    Liz.

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  2. Hi, du hast mir vor ca. einem Monat einen Kommentar hinterlassen, auf den ich jetzt endlich antworten kann – aber zuerst möchte ich dir noch ein Kompliment zu deinem Blog machen, den ich vorher noch nicht gekannt hab: Ich liebe deine Formulierungen und deine Art zu schreiben! Hast du zufällig auch bloglovin, sodass ich dir auch dort folgen kann?
    Und ja genau, es sind, wie du so schön in deinem Kommentar bei mir geschrieben hast, gerade diese kleinen, besonderen Momente die das Leben wirklich lebenswert machen. Das kann ich so nur unterschreiben.🙂

    Liebst,
    Liz.

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