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Arbeiten als (Werk-)Student

Das Leben eines Studenten scheint ein Paradies zu sein: Ein bisschen die Vorlesungen besuchen, notfalls auch mal einen Montag blau machen, ab und zu eine Klausur absolvieren (oder eben ins nächste Semester schieben) und dann noch die zahlreichen Rabatte und Vergünstigungen.  Ein Traum, der allerdings nicht allzu selten von dieser klitzekleinen Unwichtigkeit namens Kontostand unterbrochen wird. Laut einer Statista-Umfrage verdienen 41% der Studenten zwischen 250 und 500 Euro monatlich mit ihrem Nebenjob. In meinem Bekanntenkreis zahlt man aber schon monatlich zwischen 300 und 500 Euro für ein (zugegebenermaßen sehr schönes) WG-Zimmer und auch ein Wohnheim ist nicht unbedingt preiswerter. Zwar füttern bei manchen Kindergeld und Bafög das Sparschwein zumindest ein bisschen, dennoch sind beide Punkte nicht beeinflussbar und führen häufig dazu, dass am Ende des Geldes noch sehr viel Monat übrig ist.

Zeit also, die Ärmel hochzukrempeln und sich selbst finanziell ein bisschen besser darstehen zu lassen. Doch welche Jobs lohnen sich und wo findet man diese?

Klassischer Studentenjob ist und bleibt das Kellnern. Abends und nachts hat man eh keine Vorlesung, gutes Trinkgeld gibt’s obendrein und nette Bekanntschaften dazu. Wer aber entweder im Balancieren von Geschirr ziemlich unbegabt ist oder alternativ einen Job sucht, der Praxiserfahrung für den späteren Beruf bietet, der kann als Werkstudent anfangen. Werkstudenten werden gerne branchenspezifisch von Unternehmen eingestellt, da sie oft Vorkenntnisse mitbringen und während des Semesters auf einer Teilzeitstelle arbeiten dürfen.

Was bedeutet die Arbeit als Werkstudent?

Ein Werkstudent muss an einer Hochschule immatrikuliert sein und Vollzeit studieren, arbeiten darf er während des Semesters max. 20 Stunden die Woche. Das macht bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro potentielle 680 Euro im Monat. Tatsächlich werden Werkstudentenjobs in der Regel aber noch besser bezahlt, in meinem Bekanntenkreis sind es etwa 10-13 Euro / Stunde. Wird die Tätigkeit hingegen während der Semesterferien ausgeübt, so sind auch mehr als 20 Wochenstunden zulässig.

Ein höheres Einkommen bringt aber in diesem Fall auch neue Verpflichtungen mit sich. Wer bisher praktischerweise bei den Eltern über die Krankenversicherung mitversichert war, der wird sich als Werksstudent nach einer Alternative umsehen müssen. Denn nur bis zu einem monatlichen Einkommen von 415 Euro (Quelle: Studentenwerk) darf man Teil der Familienversicherung sein. (Wer also knapp 450-500 Euro im Monat verdient, für den könnte eine Anstellung als Mini-Jobber sinnvoller sein) Muss man sich stattdessen nach einer eigenen Krankenkassenversicherung umsehen, werden dafür im Monat etwa 80-90 Euro fällig.

An Sozialabgaben wird für einen Werkstudenten nur die Rentenversicherung fällig. Hier  Hier gehen etwa 9% vom Bruttoeinkommen ab, den gleichen Anteil zahlt zusätzlich der jeweilige Arbeitgeber. Überschreitet man mit seinem Gehalt zusätzlich die Lohnsteuergrenze (950/Monat oder 8354/Jahr) dann wird auch diese fällig. Allerdings raten Experten Studenten eine Steuererklärung abzugeben, da häufig Semestertickets, Lernmaterialien etc. abgesetzt und die Lohnsteuer zurückerstattet werden kann.

Wo finde ich meinen Studentenjob?

Das klingt ja alles schön und gut, nur wo gibt es jetzt diese Arbeitsplätze? Für alle Hamburger gibt es das „Stellenwert“, das Jobportal der Hamburger Universitäten, auf dem man z.B. nach Branche filtern kann. Wer außerhalb der Hansestadt nach einer Verdienstmöglichkeit sucht, der wird vielleicht bei der Xing Jobbörse fündig. So finden sich unter dem Suchbegriff „Werkstudent“ über 1500 Angebote aus unterschiedlichsten Branchen.

Eine weitere Anlaufstelle kann Campusjäger sein. Das Start-Up, das selbst von Studenten gegründet wurde, will als Bindeglied zwischen Student und dem potentiellen Arbeitgeber fungieren. Auf Basis eines Algorithmus und von dem Suchenden eingegebenen Daten, werden passende Jobs vorgeschlagen. Klingt einer der Jobs ansprechend, reicht Campusjäger die Unterlagen als Bewerbungsmappe an deren Ansprechpartner im Unternehmen.

Und für den Fall, dass man gerade ein fantastisches Praktikum absolviert hat (bei der Suche nach diesem helfen übrigens auch oben genannte Services), lohnt sich auch die Frage nach einer Anstellung als Werkstudent. Schließlich ist man im besten Fall bereits gut eingearbeitet und kann das Team auch weiterhin nach besten Kräften unterstützen.

 

Ich hoffe ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen und wünsche euch viel Erfolg bei der Suche nach eurem perfekten Werkstudenten-Job!

Alles Liebe,
Linn

 

Image via Pexels

 

4 comments on “Arbeiten als (Werk-)Student

  1. Toller Post !c

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  2. Ich arbeite auch als Werkstudentin und bin letzten Monat über die 950 Euro-Grenze gekommen. Normalerweise schreibe ich nur für den Blog eine Steuererklärung, aber nächstes Jahr kommt dann wohl noch mehr dazu 😀
    Bei uns ist das Stellenwerk Köln sehr hilfreich, wenn man einen Job sucht. Was ich auch bei der Jobsuche damals gemacht habe: konkret Stellen in Google angeben bzw. Firmen suchen und dort nach Anzeigen suchen. So gibt es hier beispielsweise viele Werbeagenturen oder Produktionsfirma oder eben auch die Mediengruppe RTL, die hier natürlich einen riesigen Standort hat.

    Liebe Grüße,
    Vita

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    • Ich muss zugeben, dass mir der Gedanke mit 18 Jahren eine Steuererklärung zu machen, super befremdlich war, aber man kann denke ich wirklich eine ganze Menge herausholen und für Studenten ist es ja oft haben oder nicht haben!
      Ich wusste gar nicht, dass es das Stellenwerk auch in Köln gibt – wie praktisch! Und mit der direkten Anzeigensuche als Ergänzung ist ein passender Werkstudentenjob ja fast schon garantiert!

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  3. Pingback: 2016 auf LINNMAIRA – LINNMAIRA

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