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Event: Design Thinking @ Oose

Ich möchte eine neue Kategorie präsentieren – und damit auch dem Blog einen weiteren Themenschwerpunkt geben. Wie vielen von euch sicherlich bekannt ist, studiere ich Journalismus & Unternehmenskommunikation im zweiten Semester. Darüber hinaus bin ich aber prinzipiell erstmal an allem „was mit Medien“ oder Entwicklung neuer Technologien und Arbeitsweisen, zu tun hat, interessiert. Regelmäßig besuche ich Events wie die next.Media Lectures oder im Juli die Netzwerkrecherche-Jahreskonferenz, um neue Dinge zu erfahren, neue Leute kennenzulernen und an spannenden Projekten teilzunehmen. Ich möchte euch gerne zu diesen Events mitnehmen, berichten und neugierig machen. Dass dieser Punkt sehr spezifisch ist, dessen bin ich mir bewusst, nichtsdestotrotz hoffe ich, dass ich damit ein paar Horizonte befüllen darf.

Den Anfang macht das Meetup Design Thinking mit dem Vortrag „A Framework for Product Ideation“. Gehalten wurde der Vortrag, der Workshop-ähnlich in den Räumen von Oose gestaltet war, von Jonathan, dem UX Director von AJ & Smart

Was ist UX?

Mit UX kam ich das erste Mal vor etwa 9 Monaten in Berührung. UX steht eigentlich für User Experience und beschreibt ein Tätigkeitsfeld, in welchem sich Menschen damit auseinander setzen, wie der Nutzer bei Interaktion mit einem Produkt ihrer Firma reagieren könnte. Wo liegen seine Frustfallen, was begeistert ihn, wo kann etwas noch optimiert werden, so dass der Nutzer Fan des Produktes wird.

Und Product Ideation (im Zusammenhang mit AJ & Smart)?

Wörtlich übersetzt bedeutet Product Ideation einfach die Kreation eines neuen Produktes. Im besten Fall den eines Produktes, welches sich langfristig erfolgreich am Markt hält. Was Jonathan und sein Team sich als Aufgabe gesetzt haben, ist, den Entstehungsprozess eines Produktes deutlich zu beschleunigen. Anstatt traditionell etwa 60 Wochen bis zum Launch eines digitalen Produktes, wie z.B. einer App zu verbringen, wollen Jonathan und sein Team das Produkt in nur etwa drei Monaten im Appstore platzieren. Erfolgreich haben Sie das schon bei Kunden wie Zalando, Number26 und Lufthansa angewendet. Ich muss zugeben, dass ich die Idee für ganz schön gewagt hielt, denn Arbeitsaufwand auf max. ein Drittel zu reduzieren. Umso gespannter war ich, wie Jonathan diese Einsparungen hervorrufen wollte.

Wie schafft man es, diese Zeit komplett einzusparen?

Für Jonathan gibt es ein paar Richtlinien, die die Projektarbeit immens vorantreiben:

  • Es muss messbare Ergebnisse, gleich von Woche 1 an, geben. Wenn erst viel rumgedoktert wird, dann steht am Ende häufig ein Produkt, was nie ausprobiert wurde. Dabei lernt man am meisten, wenn man jemanden sein Produkt testen sieht. Es muss also früh ein Prototyp existieren, der permanent weiterentwickelt werden kann.
  • Besser eine schlechte Entscheidung, als keine Entscheidung: Nichts ist schlimmer, als wenn das Produkt wie ein Pingpong-Ball zwischen Auftraggeber und der UX-Agency hin und her springt, weil man jede ach so kleine Kleinigkeit abstimmen soll. Jonathans Ansatz ist hierbei: Einfach machen – und das Risiko eingehen, dass der Auftraggeber am Ende ein Problem mit der Farbe der Buttons hat.
  • Applied User Story Mapping ist ein guter Ansatz, schnell eine Story zu entwickeln.  (Dazu weiter unten mehr)
  • Es geht nicht darum, die bahnbrechendste Idee aller Zeiten zu entwickeln – sie muss auch umsetzbar sein. Da ein Prototyp innerhalb einer Woche fertiggestellt werden soll, gilt es, die Chancen realistisch einzuschätzen und Ideen, die deutlich länger bräuchten, zu verwerfen. Ob dies gute Ideen in die Versenkung befördert? Laut Jonathan ist dies ein Risiko, dass man in Kauf nehmen muss. Er ist aber der Meinung, dass wirklich erfolgreiche Produkte meist nicht die fancieste Innovation ist, sondern einfach wirklich gut ausgeführte, meist schon etablierte Ideen.

 

Was ist dieses Applied User Story Mapping? 

Im Laufe der Veranstaltung wurde es dann praktisch: eine User Story Map wurde erstellt. Für alle die, die mit dem Begriff noch nicht so viel anfangen können: eine kleine Einführung.

  1. Als erstes wird ein bestimmter Vorgang analysiert, in unserem Fall der Weg vom Weckerklingeln bis zum Erreichen der Arbeitsstelle. Jeden noch so kleinen Schritt schreibt man auf einen Post-It. Dann klebt man diese Post-Its in eine chronologische, horizontale Reihenfolge.
  2. Als nächstes werden Oberbegriffe für mehrere Aktionen gesucht, dass kann z.B. der Fertigmach-Prozess sein, der Zähne putzen, Duschen und Anziehen einschließt. Diese Oberbegriffe werden dann horizontal parallel über den eigentlichen Aktionen angeordnet.
  3. Im nächsten Schritt überlegt man sich, wie das eigene Unternehmen den potentiellen Kunden in dem, was er tut, unterstützen kann. In unserem Fall (ein Kaffeeunternehmen) war eine Idee, eine App zu entwickeln, die automatisch den Kaffeewunsch an das Taxi, mit dem man zur Arbeit fährt, schickt, sodass man seine Kaffee direkt noch vor der Arbeit genießen kann. Jeder im Team überlegt sich mehrere Ideen für unterschiedliche Aktionen und mappt diese horizontal darunter. Was aussieht wie Chaos, fühlt sich auch wie Chaos an. Jonathans Kommentar dazu: Embrace the mess!
  4. Sind alle Ideen gemappt, bewertet jedes Teammitglied die Ideen der anderen mit 6 Punkten. Die Idee mit den meisten Punkten bekommt dann den höchsten Platz in der Pyramide zugewiesen, alle, die weniger haben eine Stufe tiefer, usw.
  5. Auf Basis der höchst bewertesten Idee wird dann grafisch eine User Story gezeichnet, die den Nutzer oder Konsumenten in den unterschiedlichen Aktionen zeigt. Alle anderen Ideen können, sofern sie zur Geschichte passen, dazu geklebt werden.

Es war ein unheimlich lehrreicher Abend mit vielen Fragen, neuen Anregungen, netten Menschen und einem sehr witzigen und gleichzeitig inspirierenden Vortrag. Vielen Dank an Oose und Jonathan und ich freue mich schon auf den nächsten spannenden Vortrag.

Alles Liebe,

Linn

 

Bild via Pexel

1 comment on “Event: Design Thinking @ Oose

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