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Chichen Itza | Mexiko 16

Am Samstag, also dem 3. Tag nach unserer Ankunft verschlug es uns nach Chichen Itza, der bekanntesten alten Maya-Stadt, die u.a. von der Unesco zu den neuen sieben Weltwundern gezählt wird. Als wir uns vor unserem Urlaub mit ein paar Leuten, die bereits Mexiko kannten, unterhielten, war schnell klar: Wenn ihr Chichen Itza nicht gesehen habt – dann habt ihr etwas elementares verpasst.

In Erwartung eines elementaren Ereignisses fielen wir also morgens um 5 aus unseren Betten. Knapp eine Stunde später saßen wir noch ein wenig zerknittert und mit einem Plastikbecher voll schwarzen Kaffee auf unseren Bussitzen. Mit unserem Reiseführer hatten wir ein wahnsinniges Glück: Wenn ihr irgendwann einmal die Möglichkeit bekommt, eine Tour mit Joop zu machen (nein, nicht dem Blonden von GNTM), dann bucht sie! Der Mann hat ein Wissen, das eine der riesigen Maya-Pyramiden füllen könnte. Mir gefiel besonders gut, dass er nicht nur die heile Touristenwelt vorgaukelte, sondern auch ehrlich über das was in Mexiko passiert redete.DSC_0004

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Nach knapp 3 Stunden Fahrt erreichten wir die archäologische Stätte. Was erst einmal wie eine Mini-Version der bekanntesten Pyramiden erscheint („Komm, das können die in Las Vegas doch auch“) entpuppt sich als architektonisches Meisterwerk. Was die Mayas schon vor Christus über Schall, Medizin und Astrologie gewusst haben, das übersteigt jegliche Vorstellungen, die ich hatte. Hier ein paar coole Facts, die ich noch nicht kannte:

  1. Die Mayas kannten Penicillin bereits Jahre vor Alexander Fleming, der seit 1928 als Vater des Medikamentes gilt. Dadurch, dass aber alle Bücher der Mayas bei der Christianisierung zerstört wurden, schaffte es das Heilmittel nie nach Europa
  2. Wenn man mit der Brust der Pyramide entgegen auf einem bestimmten Punkt vor der großen Maya-Pyramide steht und in die Hand klatscht, dann ertönt der Schrei eines Adlers – ein Schallwunder, das nur an dieser speziellen Position funktioniert
  3. Die Mayas benutzen Muscheln als Zahnersatz-Plomben und experimentierten erfolgreich mit „Operationen“ am offenen Schädel.
  4. Die Mayas sind sehr traditionell, auch heute noch baden sie sich täglich und kochen auf einer Feuerstelle mit genau drei Steinen.
  5. Die Biene, die heute in der archäologischen Stätte lebt, produziert den hitzeresistentesten Honig, was sie zu einem attraktiven Produzenten für Toblerone macht. Man mag es kaum glauben aber 100 Prozent dieses mexikanischen Honigs gehen in die Schweiz!

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Nachdem wir einige Zeit in der archäologischen Stätte verbrachten, aßen wir auf einer alten Hacienda, auf der schon der mexikanische und der chinesische Präsident sowie Jennifer Lopez ihren Urlaub verbracht haben, Mittag. Ein wunderschöner Platz mit fantastischem Essen und einem tollen Garten.

Danach ging es noch zu einer Maya-Familie, wobei ich hier gestehen muss, dass ich es befremdlich finde, bei jemandem einfach ins Haus zu spazieren, nach dem Motto „Hey, hier bin ich, die weiße Europäerin und schaue mir mal etwas ganz exotisches an“. Die Menschen waren unheimlich freundlich und wirkten glücklich, aber meiner Meinung nach sind Menschen keine Attraktionen, die man als Show-Act anbieten sollte.

Alles in allem war es aber ein unheimlich spannender und lehrreicher Ausflug, der nach knapp 11 Stunden sein Ende fand. Zurück bleiben Impressionen einer Kultur, die sicherlich ihre Glanzzeit hinter sich hat – in dieser aber viele Grundbausteine für das heutige Leben gelegt hat.

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2 comments on “Chichen Itza | Mexiko 16

  1. Das ist sehr schön zu lesen, liebe Linn. Weil Du sehr informativ schreibst (ich habe viele neue und interessante Dinge erfahren) und weil Du bei aller Urlaubsfreude das, was Du erlebt hast, sehr differenziert reflektierst. – Das gefällt mir sehr, sehr gut! Großes, absolut ehrlich gemeintes Kompliment an Dich!

    Viele liebe Grüße nach Hamburg, hab‘ bitte eine gute Nacht!

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  2. Pingback: 2016 auf LINNMAIRA – LINNMAIRA

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