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Ich will nicht wieder #prayforparis schreiben, ich will, dass das alles nicht passiert ist.

Eines wissen Terroristen genau. Der wirksamste Sprengstoff ist Angst   Georg Skrypzak

Eigentlich sollte heute Morgen ein Post über meinen Dänemark Urlaub online gehen. Es sollten warme, freundliche Bilder kommen – glückliche Bilder von einem glücklichen Urlaub. Stattdessen sitze ich hier, die Sonne ist noch nicht aufgegangen und für viele Menschen wird sie auch nicht mehr aufgehen. Ich kann und möchte einen Urlaubs-Post in Anbetracht der Taten der letzten Nacht heute nicht veröffentlichen.

In Paris sind in der Nacht von gestern auf heute sind rund 120 Menschen (genaue Zahlen sind noch nicht bekannt) bei einem, nein eigentlich sieben Terroranschlägen. Zu den Angriffen hat sich noch keiner bekannt, über die Täter wird nur spekuliert.

Ich weiß ehrlich nicht, wie ich das, was mir durch den Kopf geht, in Worte fassen soll. Ich will nicht wieder #prayforparis schreiben, denn uns allen liegt der Terrorangriff auf Charlie Hebdo im Januar noch schwer im Magen. Und jetzt schon wieder. Wieder Tote, viele Tote. Männer, Frauen, die Kinder haben und selbst Kinder sind. Menschen, die in ein Café gegangen sind, die ihr Leben genießen wollten und deren Leben jetzt vorbei sind. Es macht mich so wütend, aber viel mehr noch traurig. Unfassbar traurig, dass diese Menschen, die nichts ahnten, die sich vielleicht nicht verabschiedet haben, die im Streit auseinander gegangen sind, dass diese Menschen nur arme, zivile,unschuldige Opfer waren, die nun tot sind. Tot. Menschen, die vielleicht keine politische Einstellung hatten, die einfach nur zu falschen Zeit am falschen Ort waren – und nun die Augen nie wieder aufmachen werden. Ich sitze hier und bekomme kaum einen vernünftigen Satz gedacht, weil es mir in der Seele weh und leid tut. Weil es mich fassungslos macht. Weil ich mir wünsche, dass das alles gar nicht passiert ist – ein schlechter Albtraum. Weil ich das so unglaublich unfair finde. Unmenschlich.

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Die nächsten Tage wird nach dem Hintergrund gesucht werden, aufgeräumt werden, gedenkt werden. Was bleiben wird, ist Angst: Angst, dass selbst in einem scheinbar so gesicherten Staat wie Frankreich, indem es die vielseitig diskutierte Vorratsdatenspeicherung gibt, verstärkte Sicherheitsvorkehrungen nach Charlie Hebdo, in so einem Staat, der wohl momentan unerwartetste und schrecklichste Terroranschlag seit langem passiert ist. Ratlosigkeit, denn was kann man noch tun, um Menschen zu schützen, die nur einen Abend ausgehen, ihrem Leben nachgehen wollen. Ein ohnmächtiges Gefühl der Machtlosigkeit. Und Angst wird bleiben.

Meine Gedanken gelten in diesen Stunden den Familien der Opfern, allen Einwohnern Paris, die nun in Angst in ihren Wohnungen sitzen, jedem der von diesem schrecklichen Unglück betroffen ist.

xx

Linn

Ich wünsche mir, dass es endlich aufhört. 

3 comments on “Ich will nicht wieder #prayforparis schreiben, ich will, dass das alles nicht passiert ist.

  1. Was für einen toller Eintrag! Es ist so unbeschreiblich traurig. Meine Gedanken und Gebete sind bei den Familien der Angehörigen. Es ist so alles so tragisch. Nicht nur Paris sondern die ganze Welt.

    Chiara

    http://www.culturewithcoco.com

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    • Liebe Chiara,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Da hast du natürlich Recht, jedem Menschem, dem so ein Lied geschieht muss man eine helfende Hand reichen, nicht nur den direkten Nachbarn – stimme ich dir absolut zu!

      Liebe Grüße und schönes Wochenende,
      Linn

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  2. Pingback: 2015 auf linnmaira |

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