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Wenn ich antrete, dann will ich auch Usain Bolt sein

Linn'sBilder 235In der Liga, in der wir spielen, gibt es eben nur zwei Plätze: den Sieger und den Verlierer. – Harold Poling, Konzernchef bei der Ford Corp

In Hamburg steht die Bewerbung für die olympischen Spiele 2024 aus. Und mit ihnen einhergehend das allseits bekannte, olympische Motto „Dabei sein ist alles.“ Wir sollen unser bestes geben, antreten und uns über das Ergebnis freuen, schließlich war es das größtmögliche, was wir in diesem Moment erreichen konnten. Ich bin mit dem Prinzip erzogen worden, dass mir niemand den Kopf abreißt, wenn das Ergebnis nicht das allerbeste ist, solange ich meine ganze Energie hineingesteckt habe. Und ich habe dank dieser doch sehr wertvollen Einstellung eine gesunde „Eine versemmelte Klausur ist nicht das Ende des Lebens“ – Aufassung.

Aber wenn ich ehrlich bin, dann nervt es mich trotzdem. Ich will nicht Nummer 2 sein – wieso trete ich denn an?

Wieso gebe ich alle meine Energie, nur um mir dann anzuschauen, wie jemand anderes gewinnt? Nein. Wenn ich mein ganzes Herzblut gebe, dann will ich gewinnen. Dann will ich nicht „dabei gewesen sein“, sondern Usain Bolt sein. Dann will ich triumphieren, will, dass mein zarter „Schuhgröße 41“- Fuß auf dem Treppchen mit der #1 steht. Denn mein kleiner Anti-Schweinehund sitzt auf meiner Schulter und sagt „Glückwunsch Nummer 2, du bist der erste Verlierer, super gemacht, wenigstens in einer Sache bist du hier Nummer 1“.  Dass das jammern auf dem allerhöchsten Niveau ist, ist mir durchaus bewusst. Dass ich hier gerade wie der größte Streber vor dem Herren erscheine auch (aber hey, immer noch ein sozial-kompetenter Streber). Aber ihr wisst, dass ich für meine Ehrlichkeit bekannt bin, also ja, ich gebe es hiermit zu, ICH BIN EIN EHRGEIZIGER STREBER UND ICH GEWINNE FURCHTBAR GERNE. Ich musste auch bei Monopoly nicht um den 2. oder 3. Platz spielen, Fakt ist doch, ich habe verloren, das ursprüngliche Ziel verfehlt. Mein Anti-Schweinehund findet das nicht so witzig.

Wer diesen Text bis jetzt gelesen hat, der wird mich für einen verbissenen Einzelgänger halten, konkurrenzdenkend hoch 10 und über Leichen gehend. Das widerum stimmt nicht. Ich lasse Konkurrenz niemals in eine Freundschaft kommen – ich konkurriere nicht mit Menschen, die ich liebe. Ich trete auch nicht mit meinen zarten Füßlein auf den Boden und bekomme einen Wutanfall (ja, Mama, die Zeiten habe ich hinter mir gelassen). Ich spiele auch nie unfair. Man mag meine Einstellung nun als unreif und realitätsfern deklarieren, niemand kann in allem der Beste sein.

Ich weiß nur, dass ich viel mehr erreichen kann, wenn ich ein konkretes Ziel vor Augen habe und solange ich damit Erfolg habe, werde ich weiterhin nach der Goldmedaille streben.

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