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Wir Menschen haben ein Faible für Neuanfänge. Sei es (hallo klischee) eine neue Frisur nach dem Ende einer Beziehung oder der Umzug nach dem Abi,  in eine andere Stadt, mit der Aussicht auf ein neues, aufregenderes, erfüllteres Leben.

Unsere kleinen Herzen sind erfüllt von wehmütiger Hoffnung – wir wollen all unsere Fehler auslöschen und neu beginnen. Einmal „RESET“ drücken und eine neue Version unseres Ich’s erschaffen – natürlich fehlerfrei und perfekt.

Die Version, die jeden 2. Tag ins Fitnessstudio geht, sich nur gesund ernährt, ihr Zeitmanagement perfekt unter Kontrolle hat , ihre Aufgaben sauber ausgeführt erledigt, die immer liebreizend, großzügig und ein guter Mensch ist. Denn mit diesem Neuanfang hat man ja die Chance alles richtig zu machen. Deswegen beginnen wir jetzt, am ersten Tag des neuen Jahres mit dem Abhaken unserer Neujahresvorsätze. Linn 2.015 – das neue Ich.

Oder nicht? Wenn wir ehrlich sind, dann sind die Chancen, dass wir unsere Vorsätze einhalten etwa so hoch wie die Chance auf weiße Weihnachten in Hamburg. Tendentiell gegen 0 gehend. Denn wir können nicht aus unserer Haut. Linn 2.015 ist ein weiterentwickeltes Modell – keine Frage. Aber die Annahme, dass wir einfach den Reset Knopf drücken könnten, ist falsch. Wir vergessen nicht, was uns Gutes und Schlechtes passierte – wäre ja auch schlimm, wenn dieser Fall eintreffen würde. Wir lernen aus Erfahrungen und verwenden sie um zu reifen. Ich kann mir vornehmen, dass ich mir Mühe gebe, weniger „Highlife in Dosen“ zu sagen – aber ich kann mir nicht vornehmen ein anderer Mensch zu sein. Ich kann mir auch nicht vornehmen, dass ich die gleichen Fehler nicht nochmal mache, denn ich bin auch nur ein Mensch und wenn ich bei einer Entscheidung voraussehen könnte, dass sie ein Fehler ist, dann würde ich sie nicht machen. Aber ich habe keine magische Glitzerkugel, die ich schütteln kann, sodass sie mir die Zukunft anzeigt. Ich kann mir auch nicht vornehmen, jeden 2. Tag ins Fitnessstudio zu gehen, denn ich werde mich in diesem Jahr bestimmt ein wenig verändern und wäre ein fittes #gymgirl, wäre das dann noch ich?

Was ich sagen will ist, dass wir nicht versuchen sollten, alles auf 0 zu stellen. Wir sollten uns nicht Sachen vornehmen, wenn wir keine Ahnung haben, was dieses Jahr in unserem Leben passieren wird. Stellen wir uns lieber mit beiden Füßen auf den Boden und sagen uns „Hey, 2015 – ich bin bereit.“ Reagieren wir spontan auf Geschehnisse anstatt im Hinterkopf zu haben „Eigentlich wolltest du aber anders agieren“ .

Ich glaube, dass wird ein großartiges Jahr voller Überraschungen und ich – ich bin bereit, sie alle auf mich zukommenzulassen. Nicht auf ein neues Buch, sondern auf eine Fortsetzung freue ich mich – 2015, here we go!

wpid-img-20141231-wa0004.jpgPS.: Der einzige Vorsatz: Ich muss lernen, beim Bleigießen etwas eindeutig zu Definierendes ins Wasser zu schmeißen.

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