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Eine Weihnachtsgeschichte

Montag, 22. Dezember 2014

Weihnachtsfeeling: 0
Hoffnung auf weiße Weihnachten: aufgegeben
Beim Weihnachtsshopping in die Rippen gehauen bekommene Ellbogen: ca. 276487

Ich laufe jetzt den vierten Kilometer durch die Gegend, immer noch auf der Suche nach dem einen perfekten Weihnachtsgeschenk, der Nieselregen klatscht mir ins Gesicht, ich sehe langsam aus wie ein Grinch.


Grinch ist hierbei noch eine ehrlich nette Beschreibung.
Ich schaue auf: An mir hetzen Menschen vorbei, ähnlich gestresst wie ich. Die Mundwinkel nach unten verzogen, der Schritt schnell, Kopf gesenkt, niemand hält an, um der Weihnachtsdekoration Beachtung zu schenken. Und ich fange fast an zu weinen – weiil mir der Christmas Spirit fehlt. Versteht mich nicht falsch, ich brauche keine Zuckerstangen, keinen roten Starbucksbecher, um glücklich zu sein, ich bin nicht kitschig und eher ziemlich unromantisch. Aber ich brauche dieses warme Gefühl im Bauch, wenn ich die helle Christmas-Beleuchtung sehe, ich brauche das Lächeln in den Gesichtern der Menschen, wenn irgendwo ein Weihnachtslied ertönt. Ich brauche meinen Christmas-Spirit.

Etwa 20 Minuten später stehe ich in einer Schlange in einer Bekleidungskette, etwas läuft schief, die Verkäuferin entschuldigt sich für die Verzögerung. Vor mir in der Schlange steht eine kleine alte Dame, ihr wisst schon, so eine, die man unbedingt knuddeln möchte. Sie lächelt die gestresste Verkäuferin an, mit diesem Oma-Enkelkind-Lächeln. Lächelt mit ihren funkelnden Augen und sagt „Macht doch nichts, ist doch nicht so schlimm, ist doch bald Weihnachten, da darf man sich nicht stressen“. Und zum zweiten Mal an diesem Tag bin ich kurz davor zu weinen. Gerührt und gepackt von der Wärme und der Herzlichkeit, die diese Dame ausstrahlt. Ich blinzel dreimal, um die Träne aus dem Augenwinkel zu bekommen und fasse einen Entschluss: Wenn diese 160 cm kleine alte Dame für ein bisschen Christmas-Spirit sorgen kann, dann kann ich das auch.
Dann möchte ich der Grund sein, weshalb jemand ein bisschen Weihnachtsgefühle hat, weshalb jemand lächeln muss, wenn er zum 100. Mal Last Christmas im Radio hört.

Und deswegen wünsche ich euch jetzt das tollste, schönste und beste zum Weihnachtsfest. Verbringt Zeit im Kreise eurer Lieben, zieht die Mundwinkel nach oben, tanzt um den Weihnachtsbaum und seid glücklich.

FROHE WEIHNACHTEN HO HO HO

1 comment on “Eine Weihnachtsgeschichte

  1. Pingback: 2014 auf linnmaira | linnmaira

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